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Mehr Wohnungsneubau ermöglichen: Immobilienwirtschaft fordert von der neuen Bundesregierung weniger Bürokratie und keine Steuererhöhungen

„Weniger Bürokratie, stabile Rahmenbedingungen, keine Steuererhöhungen und eine verstärkte Förderung von Wohnungsbau und energetischer Modernisierung sind die wichtigsten Forderungen unserer Branche an die neue Bundesregierung“, sagt Andreas Mattner, Vorsitzender der BID Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland und Präsident des ZIA. „Mehr Regulierung und höhere Steuern würden die Wohnungsknappheit in den Ballungsgebieten verschärfen.“

Die Wohnungsmieten in den Ballungsräumen werden nur dann sinken, wenn sich das Angebot deutlich erhöht. Dagegen stehen bürokratische Hürden und komplizierte Genehmigungsverfahren. Sie sind nach Meinung der Immobilienwirtschaft die größten Hemmnisse für mehr Neubautätigkeit. Im Falle von Steuererhöhungen für Immobilienunternehmen erwartet die Branche steigende Mieten und einen Rückgang der Investitions- und Kaufbereitschaft. Auch strengere Kappungsgrenzen bei Mieten würden zu einem Rückgang der Investitionen und zu einer sinkenden Bautätigkeit führen. Mehr Einfachheit und Klarheit ist auch bei den Maßnahmen zum Voranbringen der Energiewende gewünscht. Das sind einige der Ergebnisse der Umfrage „Was bewegt die Immobilienwirtschaft in Deutschland?“. Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte dafür 300 Unternehmen der Immobilienwirtschaft in Deutschland im Auftrag der BID Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland.

Steuererhöhungen verhindern Investitionen und treiben Mieten in die Höhe
Mehrere Antworten auf die Fragen der Forsa-Umfrage machen die Sorge der Unternehmen vor Steuererhöhungen deutlich. Mit 55 Prozent sprach sich die Mehrheit der Befragten dafür aus, dass die Steuerlast nicht weiter steigt und dass keine Vermögenssteuer oder -abgabe eingeführt wird. Zudem erwarten 85 Prozent der Umfrageteilnehmer rückläufige Investitionen und 82 Prozent steigende Mieten, sollte die Steuerlast weiter steigen. „Steuererhöhungen sind Gift für Investitionen. Günstige steuerliche Rahmenbedingungen sind wesentliche Voraussetzung für Investitionstätigkeit, das gilt besonders für die kapitalintensiven Investitionen in Immobilien. Wenn bei den Steuern die Daumenschrauben weiter angezogen werden, womöglich zeitgleich mit einer Mietpreisbremse, wird es für Unternehmen schwerer, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und zu erhalten“, sagt Mattner. „Dass die neue Regierung auf Steuererhöhungen und weitere Regulierungen verzichtet, die die Immobilienwirtschaft belasten, ist vor diesem Hintergrund das Mindeste, was unsere Branche von der Politik fordert.“

Wohnungsbau hat Priorität
Bei der Frage nach der wichtigsten Aufgabe der neuen Bundesregierung wurde deutlich, dass der Wohnungsbau eine hohe Priorität hat: Jeder dritte Befragte nannte spontan den Wohnungsbau als wichtigste Aufgabe für die neue Bundesregierung. 16 Prozent nannten den sozialen Wohnungsbau, 14 Prozent die Förderung des Wohnungsbaus und 5 Prozent die Schaffung von ausreichendem Wohnraum. In Bezug auf die vermuteten Folgen der Einführung strengerer Kappungsgrenzen für Bestands- und Neuvertragsmieten rechnen 86 Prozent der Befragten mit weniger Investitionen in den Immobilienbestand und 76 Prozent gehen von einer sinkenden Bautätigkeit aus. „Auch Wohnimmobilien sind ein wirtschaftliches Gut. Der Preis eines Gutes steigt, wenn es knapp wird und die Knappheit lässt sich nicht dadurch beseitigen, dass man den Preis fixiert“, erklärt Jens-Ulrich Kießling, stellvertretender Vorsitzender der BID und Präsident des IVD. „Die Voraussetzung für bezahlbaren Wohnraum sind Investitionen, die durch Förderung unterstüzt oder durch den Verzicht auf abschreckende Regelungen zumindest nicht blockiert werden sollten.“

Bürokratie und Regulierung behindern Neubau
Bei der Antwort auf die Frage nach Hindernissen für mehr Neubautätigkeit belegen bürokratische Hemmnisse wie ein kompliziertes Bauplanungsrecht (85 Prozent) und lange Baugenehmigungsverfahren (83 Prozent) sowie regulierende Eingriffe, beispielsweise durch politische Einflussnahme auf die Mietpreisgestaltung (78 Prozent) die vorderen Plätze. „Diese Befragungsergebnisse zeigen, dass viele der Probleme auf dem Immobilienmarkt von der Politik hausgemacht sind“, sagt Kießling. „Der Wille und die Bereitschaft, die Wohnungsknappheit zu bekämpfen, ist in den Unternehmen und in der Bevölkerung vorhanden. Allein die Verwaltung zu entschlacken und die Genehmigungsverfahren zu beschleunigen würde die Neubautätigkeit erheblich ankurbeln.“

Mehr politische Klarheit und Kontinuität auch bei energetischer Modernisierung gefordert
Abgefragt wurde auch, welche Maßnahmen am sinnvollsten eingeschätzt werden, um die Energiewende voranzubringen. 90 Prozent der Befragten sprachen sich für die Förderung der dezentralen Energieversorgung durch vereinfachte Genehmigungsverfahren, faire Trassennutzungsgebühren und eine Anpassung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) aus. 88 Prozent halten die Möglichkeit der Abschreibung von energetischer Gebäudesanierung für Wohnen und Gewerbe für geboten und 80 Prozent sehen die Förderung dezentraler erneuerbarer Energieerzeugung als sinnvolle Maßnahme. „Die Antworten auf die Fragen zur Energiewende zeigen, dass auch hier Politik und Verwaltung individuellen und dezentralen Lösungsmöglichkeiten momentan eher im Weg stehen, statt sie zu unterstützen, und dass auf politischer Seite mit einfachen Maßnahmen, wie verbesserten Abschreibungsmöglichkeiten einiges zu erreichen ist“, kommentiert Kießling die Umfrageergebnisse.

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