Gif-Arbeitsgruppe nimmt ihre Arbeit auf

Standards im digitalen Prozessmanagement professionalisieren und transparent gestalten

Ein erfolgreicher Auftakt mit überwältigender Resonanz – diese Bilanz zieht der BVI Bundesfachverband der Immobilienverwalter e.V. von einer ersten Sitzung der neu gegründeten Projektgruppe „Prozessmanagement“, die sich mit Fragen des digitalen Prozessmanagements in der Immobilienbewirtschaftung auseinandersetzt.

Die Gruppe soll die von der Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung (gif) e.V. erarbeiteten Standards für Datenmanagement passgenau für die Immobilienverwalterbranche weiterentwickeln. Mit den Richtlinien zu Daten- und Dokumentaustausch hat die Kompetenzgruppe Datenmanagement der gif e.V. ja schon die Basis gelegt. Nun soll dies speziell für die Prozesse in der Objektverwaltung verfeinert werden. „Entlang der immobilienwirtschaftlichen Wertschöpfungskette gibt es zahlreiche Prozesse, bei denen Datenstrukturen über Systeme und beteiligte Dienstleister hinweg interoperabel sein müssen.“, erklärt BVI-Geschäftsführerin Sandra Lenzenhuber. „Etablierte immobilienwirtschaftliche Systeme, Prozesse und Standards werden durch neue technologische Entwicklungen neu gedacht, aber Normierungen für die hierfür erforderlichen neuen Prozessschnittstellen und interoperablen Datenstrukturen sollen auf Basis bestehender Standards auch für die Verwalterbranche entwickelt werden.“

 

Vertreter aus der gesamten Bandbreite der Immobilienwirtschaft

Der BVI e.V. und der gif e.V. hatte daher am 24. Juli 2019 Vertreter von Software-Unternehmen, wissenschaftlicher Forschung, Verbänden und Dienstleistern der Wohnungswirtschaft in seine Geschäftsstelle eingeladen, die die gesamte Wertschöpfungskette bei Immobilien repräsentieren. Unter der Leitung des stellvertretenden Arbeitsgruppenleiters der gif Kompetenzgruppe „Datenmanagement“ Dominik Brunner wird sie sich mit Kernthemen wie übergreifenden Prozessen in der Immobilienwirtschaft, dem Digitalen Zwilling und der Aktualisierungen im Bestand, der Auftragsabwicklung mit Handwerkern und der Abwicklung von Versicherungsschäden oder etwa der Kommunikation mit Mietern und Eigentümern sowie Miet-Interessenten auseinander setzen.

 

Integration neuer Lösungen entscheidend

„Der Einsatz neuer Technologien wie BIM, moderne Kommunikationsplattformen und Tools im Bereich Smart Building und Health Home schaffen enorme Potentiale, egal ob es um das Management von Wohnungsbeständen geht, das Prozedere beim Heizungsablesen oder die Vorbereitungen zur Volkszählung“, umreißt Lenzenhuber das Spannungsfeld. „Der Austausch dieser Daten zwischen Systemen und Dienstleistern hinterfragt die Fähigkeit der Zusammenarbeit der bekannten Strukturen. Neue Lösungen werden zwar etabliert, können aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht oder nur mit einem sehr hohen Aufwand in vorhandene Systeme integriert werden.“

 

Weitere Treffen in Vorbereitung

In den nächsten Monaten wird die Arbeitsgruppe sich intensiv mit den Prozessen der Immobilienwirtschaft beschäftigen und Lösungen zu konkreten Fragestellungen zur Organisation sowie Transport, Austausch und Vergleichbarkeit von Datenmengen erarbeiten. „Es geht darum, langfristig Maßstäbe zu setzen.“, so Lenzenhuber. Entscheidend sei, dass künftig alle Marktteilnehmer mit einer einheitlichen „digitalen Sprache“ sprechen.