Gesetz zur Berufszulassung bleibt weit hinter den Erwartungen des BVI zurück

Der Bundestag hat am Donnerstag, den 22.06.2017, das Gesetz zu Berufszugangsvoraussetzungen für Wohnimmobilienverwalter beschlossen. Das Ergebnis ist für den BVI Bundesfachverband für Immobilienverwalter e.V. enttäuschend. Für Thomas Meier, der als Präsident des Fachverbandes jahrelang für einen rechtlichen Qualitätsrahmen für die anspruchsvolle Tätigkeit von Immobilienverwaltern gekämpft hat, ist „die jetzt gegossene Gesetzesform hohl“. Seiner Auffassung nach, können „die Regelungen nur ein erstes Ergebnis politischer Überlegungen sein und müssen in der anstehenden Legislaturperiode nachhaltig und konsequent nachgebessert und justiert werden“.

Zum Gesetzesinhalt in seiner jetzigen Form:

Der Bundestag hat mit dem Gesetz zur Einführung einer Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienmakler und Verwalter von Wohnungseigentum Leitlinien für unseren Berufszweig beschlossen, die eine Weiterbildungspflicht von 20 Stunden innerhalb von drei Jahren vorsehen. Ausgebildete Immobilienkaufleute sind für die ersten drei Jahre von dieser Regelung ausgenommen. Das Gesetz gilt allerdings auch für Mietimmobilienverwalter. Verwalter müssen außerdem eine Betriebshaftpflichtversicherung abschließen.

Damit bleibt die Regelung weit hinter den BVI-Forderungen zurück.

Konkret fordert der BVI Bundesfachverband der Immobilienverwalter e.V.:

  • Der Sachkundenachweis für Immobilienverwalter muss kommen. Dem BVI reicht es nicht, dass selbst Berufsanfänger lediglich die Bereitschaft zur Weiterbildung kundtun müssen. Von Digitalisierung bis demographischer Wandel – die Berufsinhalte und –prozesse von Verwaltern sind im Wandel und erfordern hoch professionelles Auftreten, Arbeiten und Management. Dies will der BVI mit dem Sachkundenachweis in ein Fundament gegossen sehen. Er zollt damit außerdem mit Blick auf die hohen Vermögenswerte, mit denen Verwalter umgehen, dem Verbraucherschutz Rechnung. 
  • Der Sachkundenachweis wird für Verwalter von Wohneigentum und von Mietwohnungen obligatorisch.
  • Damit wird auch die Alte-Hasen-Regelung wieder aktuell. Wer bereits seit 6 Jahren lückenlos als Immobilienverwalter arbeitet und dies nachweisen kann, soll nach Auffassung des BVI von der Prüfung ausgenommen werden. Damit würde in angemessener Weise unnötige Bürokratie vermieden werden.
  • Der BVI fordert ein Ausweiten der Versicherungspflicht: Betriebshaftpflicht-, Vermögensschaden- und Vertrauensschadenversicherung sollten zum Standard für jedes Unternehmen gehören – genau so, wie es seit mehr als 30 Jahren im BVI gehandhabt wird.

Was gilt es nun für Immobilienverwalter zu tun?

Die Rechtsverordnung, in der die Gesetzesfolgen beschrieben sind, bleibt abzuwarten. Hierin wird erklärt werden, wie der Fortbildungsnachweis gegenüber der zuständigen Behörde zu erfolgen hat. Der BVI empfiehlt allen Verwaltern die Überprüfung der aktuellen Berufshaftpflichtversicherungspolice. 

Der BVI stellt traditionell hohe Anforderungen an seine Mitglieder – so ist die Pflicht zur regelmäßigen Weiterbildung ist in der Verbandssatzung verankert.

Obligat für eine Mitgliedschaft im BVI ist der Nachweis über Qualifikationen – allein die Bereitschaft, sich fortzubilden, reicht nicht aus.

Politiker und der Gesetzgeber fordert der BVI auf, die vorgelegten Regelungen nachzubessern. Der Qualitätsnachweis für Verwalter bleibt eines der Kernanliegen des Verbandes.