Nur leichter Anstieg der Verwaltervergütung trotz zunehmender gesetzlicher Pflichten

Eine bundesweite Studie der drei großen Immobilienverbände ZIA, IVD und BVI, die vom Freiburger Center for Real Estate Studies Ende 2015 durchgeführt wurde, zeigt, dass die Verwalterentgelte in den letzten fünf Jahren nur unwesentlich angestiegen sind. Im Vergleich mit einer Studie aus dem Jahr 2010, die von der BSI Bundesvereinigung der Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft in Auftrag gegeben worden war, hat sich die durchschnittliche monatliche Vergütung im Bereich der WEG-Verwaltung von weniger als 49 Wohneinheiten um weniger als 2 Euro netto auf 20,50 Euro netto erhöht. Bei der WEG-Verwaltung von mehr als 100 Wohneinheiten beträgt die Steigerung im gleichen Zeitraum durchschnittlich sogar nur 0,90 Euro netto.

Ähnliche Zahlen haben sich bei der Untersuchung der Mietverwaltung ergeben. Für die Betreuung und den Werterhalt eines Mietshauses von weniger als 10 Mietparteien erhält der Verwalter im Durchschnitt 22,74 Euro netto pro Monat, im Gegensatz zu 21,31 Euro netto im Jahr 2010. Bei einem Miethaus von bis zu 29 Wohneinheiten hat sich die Vergütung durchschnittlich von 19,39 Euro auf 25,00 Euro netto gesteigert.

Bedenkt man, dass im selben Zeitraum der Verbraucherpreisindex in Deutschland um sieben Punkte gestiegen ist und 100 Euro zirka 6,54 Euro weniger wert sind, läßt sich erkennen, dass die Vergütung von Immobilienverwaltern nicht nur stagniert, sondern tatsächlich sogar rückläufig ist.

Dabei sind die Anforderungen an Immobilienverwalter gerade durch politisch motivierte Zusatzaufgaben, wie die Pflichten im Zuge des Meldegesetzes, des Mess- und Eichgesetzes und des Mindestlohngesetzes heutzutage deutlich höher als noch vor fünf Jahren. Ein weiteres Ergebnis der aktuellen Studie ist, dass die Mehrheit der Verwalter (68 Prozent) trotz vielfacher gesetzlicher Änderungen und der Einführung neuer technischer Standards nach wie vor versucht, die zusätzlichen Aufgaben innerhalb der Grundvergütung abzuwickeln. Sondervergütungen werden erst aufgerufen, wenn ein höherer Aufwand oder externe Kosten anfallen.

Die am häufigsten abgerechneten Sonderleistungen in der WEG-Verwaltung sind die zweite Eigentümerversammlung im Jahr, die Zustimmung zum Eigentumsverkauf und die Erstellung von Kopien mit mehr als 50 Seiten. Bei der Mietverwaltung lassen sich die Verwalter am häufigsten die komplette Vermietungsleistung, die erhöhten Verwalterleistungen bei Mieterwechsel und Modernisierungsmaßnahmen gesondert vergüten. Das Bestellerprinzip, das mit der Novelle des Mietrechts im Mai 2015 eingeführt wurde, hat laut der Studie bei den Verwaltern nur in Maßen (bei 30 Prozent) zu einem veränderten Leistungsangebot geführt.

Thomas Meier, Präsident des BVI Bundesfachverband der Immobilienverwalter sieht die aus der Studie erkennbare Öffnung der Schere zwischen Aufwand und Vergütung der Verwaltung kritisch: „Bei unserer Tätigkeit handelt es sich um eine qualifizierte Dienstleistung, deren Komplexität und Umfang oft unterschätzt wird. Wer eine professionelle und zeitgemäße Verwaltung seiner Immobilie wünscht, sollte berücksichtigen, dass diese nur mit einer entsprechenden angemessen Vergütung möglich ist. Immobilienverwalter, wie die im BVI organsierten, die seriös und fundiert arbeiten, sich stets fortbilden und die besten Möglichkeiten zur Wertsteigerung der ihnen anvertrauten Verwaltungseinheiten wählen, müssen auch rentabel arbeiten können. Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass dies momentan in Deutschland nur schwer möglich ist.“

 

Die vollständigen Studienerbnisse finden Sie im Anhang.

Weitere Informationen unter: www.bvi-verwalter.de

Pressekontakt:
BVI Bundesfachverband der Immobilienverwalter e.V.
Cornelia Freiheit
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Schiffbauerdamm 8
10117 Berlin
Tel.: 030 / 23457668
Fax: 030 / 30 87 29 19
presse@bvi-verwalter.de