Instandsetzung und Modernisierung von Aufzügen im Wohnungseigentum
Die Begriffe Instandhaltung und Modernisierung werden im Zusammenhang mit Aufzugsanlagen häufig unterschiedlich verwendet. Während im allgemeinen Sprachgebrauch oft von einer „Erneuerung“ oder „Modernisierung“ gesprochen wird, lassen sich Maßnahmen an einer Aufzugsanlage grundsätzlich in vier Projekte einteilen:
- Instandhaltung: kleinere bis mittlere Reparaturen zur Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit
- Teilmodernisierung: Erneuerung wesentlicher Anlagenteile, zum Beispiel Steuerung, Antrieb und Hydraulikaggregat
- Umfassende Modernisierung: Erneuerung aller Hauptkomponenten sowie erforderlicher Nebenkomponenten
- Komplettaustausch: Ersatz der gesamten Aufzugsanlage durch eine Neuanlage
Jede dieser Maßnahmen hat ihre Berechtigung. Welche Lösung die wirtschaftlich und technisch sinnvollste ist, hängt maßgeblich vom Zustand der Aufzugsanlage, ihrer Restlebensdauer und den Anforderungen der Eigentümergemeinschaft ab.
Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit
Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit sind bei Aufzugsanlagen besonders wichtig. Entscheidend ist, die gesamte Anlage zu betrachten, und zu bewerten, welche Lösung im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist.
Ältere Stahlkomponenten wie Schienenhalterungen, Führungsschienen oder Fahrkorbrahmen wurden früher häufig robuster und hochwertiger gefertigt als heute. Diese Bauteile zu erhalten, ist deshalb aus ökologischer und wirtschaftlicher Sicht oft sinnvoll – allerdings nicht um jeden Preis.
Oft kann ein kompletter Austausch der Aufzugsanlage wirtschaftlicher sein als eine umfassende Modernisierung, vor allem wenn die Anlage zahlreiche technische Abweichungen aufweist oder die Anpassung neuer Komponenten einen hohen Arbeits- und Kostenaufwand verursacht.
Welche Art der Modernisierung ist die richtige?
Jede Modernisierungsart hat ihre Berechtigung, eignet sich aber nur, wenn die Ausgangssituation der Aufzugsanlage passt. Welche Lösung die richtige ist, sollten idealerweise unabhängige Fachleute beurteilen. Dabei spielen besonders die folgenden Kriterien eine Rolle:
- Baujahr der Anlage
- Zustand der Komponenten
- Ersatzteilverfügbarkeit der Systemelemente
- Abweichungen von geltenden Normen und vom aktuellen Stand der Technik (Gefährdungsbeurteilung)
- Wirtschaftlichkeit des Betriebs
Die Aufzugsbranche ist bei Kosten und Angeboten häufig wenig transparent. Eigentümer und Immobilienverwalter können deshalb oft nur schwer beurteilen, ob eine Modernisierung tatsächlich erforderlich ist und welche Kosten angemessen und gerechtfertigt sind.
KI-Generiert
Konzern oder Mittelstand – welcher Partner passt
Diese Frage beschäftigt heute viele Eigentümer und Verwalter. Die kurze Antwort lautet: Es kommt auf die Situation an. Mittelständische Unternehmen und Konzerne haben ihre jeweiligen Stärken und Schwächen. Entscheidend ist, dass ein zuverlässiger Service zu einem wirtschaftlich angemessenen Preis geboten wird.
Der Mittelstand ist dabei nicht automatisch die bessere Lösung. Neue Aufzugsanlagen, umfassende Modernisierungen oder Umrüstungen – beispielsweise von 2G- auf 4G-Notrufsysteme – können dort mitunter kostenintensiver sein als bei einem Konzern, vorausgesetzt, dieser verfügt über die richtigen Ansprechpartner.
Letztlich sollte immer das Gesamtpaket bewertet werden. Mit dem richtigen Partner an der Seite kann durchaus ein Konzern über den gesamten Lebenszyklus hinweg die wirtschaftlichere und zugleich zuverlässigere Lösung sein.
Die Rolle des Fachplaners
Die Rolle des Fachplaners bei einer Modernisierung geht weit über die reine Ausschreibung und Begleitung der Modernisierungsmaßnahme hinaus. Ein unabhängiger Fachplaner kann einen erheblichen Mehrwert schaffen und dem Auftraggeber langfristig Kosten ersparen. Er kann:
- vergleichbare und transparente Angebote erstellen und die verbauten Komponenten offenlegen,
- kosteneffiziente Angebote durch den Vergleich verschiedener Anbieter einholen,
- verlängerte Gewährleistungsfristen verhandeln,
- Vertragsstrafen für Verzögerungen oder Mängel vereinbaren und
- langfristige Begleitung anbieten, um den Kunden vor Kostenfallen zu schützen.
Ein Fachplaner verfügt über das erforderliche Fachwissen und ein entsprechendes Netzwerk, um auf gleicher Augenhöhe mit den Anbietern zu verhandeln und wirtschaftlich optimale Konditionen für qualitativ hochwertige Aufzugsanlagen zu erzielen. Dadurch schützt er vor überhöhten Modernisierungskosten sowie vor zu hohen Wartungs- und Instandhaltungskosten über den gesamten Lebenszyklus der Aufzugsanlage hinweg.
Unabhängige oder proprietäre Komponenten?
Als unabhängige Komponenten werden Bauteile bezeichnet, die frei am Markt erhältlich sind und von allen Aufzugsunternehmen zu gleichen Bedingungen bezogen werden können. Kein Hersteller besitzt einen Preisvorteil oder ein Monopol auf diese Komponenten.
Konzernkomponenten hingegen können in den ersten Jahren häufig ausschließlich vom jeweiligen Hersteller bezogen werden. Dadurch entsteht eine Abhängigkeit, die viele Kunden kritisch betrachten. Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass viele Konzernkomponenten – ebenso wie die Produkte qualitativ hochwertiger unabhängiger Hersteller – eine hohe Qualität aufweisen und einen zuverlässigen Betrieb der Aufzugsanlage gewährleisten. Deshalb sollte man nicht nur die Anschaffungskosten einer Neuanlage oder Modernisierung, sondern auch die künftigen Wartungs-und Instandhaltungskosten in die Bewertung einbeziehen, um den optimalen Partner zu finden.
Typische Fehler bei Modernisierungsprojekten
Bei Modernisierungsprojekten kann einiges schiefgehen – vom falschen Zeitpunkt der Modernisierung über die Auswahl der Komponenten und des Angebots bis zu einer unzureichend ausgeführten Montage oder einer unprofessionellen Abnahme der Aufzugsanlage. Das sind die häufigsten Fehler, die vermieden werden sollten:
- zu späte Umsetzung der Modernisierungsmaßnahmen (wenn wichtige Komponenten nicht mehr erhältlich sind, sollte gehandelt werden)
- Beauftragung eines Angebots mit minderwertigen Komponenten (führt häufig zu höheren Kosten)
- fehlender Angebotsvergleich (auch Angebote mittelständischer Unternehmen können überteuert sein)
- fehlende Kontrolle der Montage (dabei entstehen die meisten Fehler)
- unprofessionelle Abnahme (es ist ein Fachmann erforderlich, damit keine Mängel oder Leistungen vorenthalten werden)
Viele Fehler können bereits während der Planung und der Umsetzung entstehen. Um das zu vermeiden und langfristig mit verlässlichen Partnern zusammenzuarbeiten, ist Fachwissen unerlässlich.
Der richtige Weg zur erfolgreichen Modernisierung
Eine erfolgreiche Modernisierung beginnt mit einer objektiven Bestandsaufnahme und einer klaren Strategie. Entscheidend sind eine unabhängige Bewertung der Aufzugsanlage, transparente Angebote sowie eine fachgerechte Planung, Umsetzung und Abnahme. So lassen sich Investitionskosten optimieren und gleichzeitig Wartungs- und Instandhaltungskosten dauerhaft reduzieren.
Unabhängige Fachplaner begleiten Verwalter bei allen Schritten der Modernisierung – von der ersten Bestandsaufnahme über die Ausschreibung und Angebotsbewertung bis zur Bauüberwachung und Abnahme. Das Ziel ist es, für jede Aufzugsanlage die technisch und wirtschaftlich beste Lösung zu finden und Kunden eine langfristig zuverlässige und kosteneffiziente Anlage zu übergeben. So profitieren Eigentümergemeinschaften und Verwalter nicht nur von einer professionellen Projektabwicklung, sondern auch von einer nachhaltigen Investition mit möglichst geringen Lebenszykluskosten.
Kontakt
Armin Micheli
Geschäftsführer
MICHELI LIFT CONSULT GmbH betreut als unabhängiger Fachplaner mittlerweile über 1.870 Aufzugsanlagen für mehr als 80 Kunden – von Großkunden mit über 250 Anlagen bis zu kleineren Unternehmen mit zwei Aufzugsanlagen. Micheli Lift Consult berät mit seiner 40-jährigen Expertise Eigentümer, Verwalter und Unternehmen unabhängig und kompetent bei der Modernisierung von Aufzugsanlagen – für wirtschaftliche, sichere und nachhaltige Lösungen.
Micheli Lift Consult GmbH
Dr. Marcel Micheli
Geschäftsführer
Micheli Lift Consult GmbH